Mittwoch, 31. Oktober 2007

Geburtstag

Es ist zwar mittlerweile schon einige Tage her, aber nichts des do trotz hatte ich mal wieder Geburtstag - wie das eben immer mal so kommt.

Wie also habe ich meinen Geburtstag in Indien verbracht?

Nun erst mal gab es in der Wohnung von anderen deutschen Freiwilligen eine nette Party, bei der es leckeren Obstsalat und Wuerstchen gab (seit 3 Monaten endlich mal wieder WUERSTCHEN !! - die gibt es hier sonst nicht). Als dann die Uhr 12 schlug, gab es viele Glueckwuensche und auch ein paar kleine Geschenke.

Nach etwa dreieinhalb Stunden Schlaf habe ich mich dann aus dem Bett gequaelt, um zum Gottesdienst zu fahren (YWCA). Der war wirklich sehr, sehr schoen und ich habe bei der Gelegenheit sogar die "christliche Jugend" kennen gelernt, die mir bis dahin irgendwie gefehlt hat.
Als ich dann irgendwann mal wieder zu Hause war und noch zwei liebe Anrufe aus der Heimat bekommen hatte (ein dickes DANKE noch mal an die Anrufer) ist sogar ein Stueck Geburtstagspost angekommen. Meine erste Post ueberhaupt (die es bis zu mir geschafft hat) und die auch noch genau am richtigen Tag - ein Traum.

Nach ein bisschen Schlaf nachholen, ging es dann am naechsten Tag weiter - da gab es dann eine kleine Feier in meinem Center. Die bestand im wesentlichen aus meinem CD-Player und verschiedensten Musikrichtgungen, zu denen dann getanzt wurde und einem Kecks fuer jedes Kind.
Folgende Tafelanschrift hat mich beglueckwuenscht:

Meine Geburtstagsgaeste:

Meine Wenigkeit:


Als ich dann zu Hause war, konnte ich mich endlich in Ruhe zuruecklehnen und in Ruhe meine Geschenke genieszen (z.B. Schokolade) - ebenso schoen wie die Party selbst.

Und als groszes Geschenk (im wesentlich von mir an mich selbst) gibt es bald einen langen Urlaub in Suedindien - dann vielleicht mit vielen netten "Touristenphotos" auf dieser Seite.

Sonntag, 30. September 2007

Monumente und News

Nach langer Zeit habe ich endlich mal wieder Zeit gefunden, einen neuen Artikel zu schreiben.
Inzwischen ist auch jeden Menge passiert, was es zu berichten gibt.

Zum Ersten freue ich mich, drei neue Mitstreiter begrueszen zu duerfen - Nico, Gary und David. Sie machen genau das selbe wie ich, nur dass sie nicht bei Prayas wohnen (sondern in einer gemieteten Wohnung) und in anderen Schulen arbeiten. Die Gesellschaft an Deutschen ist damit weiter gewachsen. Alle alten Voluntaere vom letzten Jahr sind mittlerweile wieder zu Hause und die Neuen fast alle angekommen.

Zum Zweiten will ich nun auch die unter euch erfreuen, die sich mehr "Urlaubsfotos" (also Bauten und so Krams) wuenschen.
Zum ersten ein paar Fotos von einem Besuch bei Humayun's Thumb - ein Grabmal in Delhi, das schon etwas an das Taj Mahal erinnert. Fuer die informationshunrigen: http://www.orientalarchitecture.com/delhi/humayunindex.htm

Ich persoenlich war dort mit anderen dt. Freiwilligen - und wir mussten noch nicht mal den Auslaenderpreis zahlen (das 25-fache vom normalen Preis), weil wir die Leute ueberzeugen konnten, dass wir in Delhi leben und arbeiten.

Hier die Bilchen:




Heute war ich dann noch am India Gate - einem groszen Steintor in Delhi-Mitte, wo auch tausende Touristen hingekarrt werden und die Inder rundherum Cricket spielen (http://en.wikipedia.org/wiki/India_Gate).


Soweit sogut. Mein Hindi wird auch besser (was viel wichtiger ist als Sight-Seeing) - das hilft extrem bei der Arbeit und ist auch beim Preise-verhandeln recht nuetzlich.

Freitag, 14. September 2007

Batra Hospital

Die letzte Woche hat mal wieder einige wirklich Ueberraschunge gebracht - diesmal unangenehme.

Ich hatte Montag nachmittag 40 Fieber und etwas Durchfall und habe mich nach eine wirklich sehr fuerterlichen Nacht entschieden ins Krankenhaus zu gehen. Als ich dann wirklich im Krankenhaus war, ging es mir noch mal um einiges schlechter - was auch nicht verwunderlich war, weil einige Parasiten meinen Darm essen wollten.

Also war ich zwei Tage in stationaerer Behandung. Das Krankenhaus war eigentlich ganz gut - gut vergleichbar mit einem deutschen Krankenhaus das 1998 gebaut wurde - nur das Bad war nicht ganz auf deutschem Hygiene-Standard, aber OK. Alles in allem kann man sich zumindest ueber dieses Krankenhaus (Batra Hospital - 500m von meiner Unterkunft entfernt) nicht beschweren - alles sehr professionell und sauber, klimatisiert.

Das einzige, was einem wirklich auf die Fuesze fallen kann ist, dass man im Voraus eine Sicherheitssumme bezahlen muss, die hoeher ist, als die zu erwartende Rechnung (den Rest bekommt man natuerlich wieder) und man sich seine Medikamente im Krankenhaus selbst besorgen muss (dafuer soll man moeglichst immer jemanden dabei haben, der auch jeden Tag kommt und neue kauft). Aber das hat gluecklicherweise alles gut geklappt und die Versicherung uebernimmt die Kosten ja im Nachhinein.


Jetzt geht es mir aber wieder gut - Gott sei Dank dafuer. Bilder gibts natuerlich nicht.

Mittwoch, 29. August 2007

Home, Sweet Home - Meine Wohnung

Da ich zahlreiche Bitten bekam, doch mal was ueber meine Wohnverhaeltnisse zu schreiben und dies auch selbst fuer eine gute Idee halte, kommt hier ein Artikel ueber mein bescheidenes Heim.

Zunaechst sei gesagt, dass ich ganz im Sueden von Delhi wohne. Viel suedlicher gibt es eigentlich kaum noch was. Dann sei gesagt, dass die Wohnung ein Teil eines groszen Gebaeudes ist, in dem Prayas seinen Hauptsitzt hat.

Auszerdem wohnen in dem Gebauede auch noch viele Maedchen, die sonst keine Eltern haben oder von ihren Eltern weggeschickt wurden oder aehnliches.

Mein Zimmer ist fuer zwei Leute ausgelegt (im Moment bin ich aber alleine drin) und besteht aus Bad und Schlaf+Wohnzimmer. Es gibt da sowas wie eine Couch, zwei Schraenke, viel Zeug fuer die Schule, einen Fernseher mit DVD-Spieler (aber ohne Fernsehempfang), einen Toaster, einen Wasserkocher, einen Ventilator und (ganz genial zu dieser Jahreszeit) eine Klimaanlage.

Das Bad hat Klo, Dusche und Waschbecken.

Wasser gibts nicht immer (vor allem zu Spitzenzeiten nicht) und der Strom faellt auch des oefteren fuer laengere Zeit aus. Bei letzterem kann ich aber wieder heil froh sein, mit in dem Gebaeude zu leben - das Buero kann naemlich ohne Strom wenig arbeiten, weshalb es einen Generator gibt, der eigentlich immer eingeschaltet wird, wenn der Strom weg ist (auch nachts, wenn das Boero zu hat). Wenn mal was kaputt ist, kann ich recht problemlos zu einem Hausmeister gehen und er repariert es (sofern das nichts kostet). Es ist auch relativ sicher in Bezug auf Einbruch, weil es einen guten Zaun gibt und auch Wachen (was in Indien aber nichts auszergewoehnliches ist).

Essen bekomme ich, indem ich einfach zur Kueche im Haus gehe und mir dort was geben lasse. Meine Waesche wasche ich im Moment selbst. Das muesste ich nicht unbedingt machen - ich koennte sie auch zu einem Waescher geben, aber irgendwie ist selbst waschen unkomplizierter und es stoert mich im Moment nicht.

Zum Essen: Fruehs gibts es immer Toast und Milch, Mittags meistens Reis mit einer Sosze und Gemuese. Abends dann manchmal noch Reis und dazu eine Art flaches Brot (Chapati). Das ganze isst man wahlweise mit den Fingern (wie es zum Beispiel fast alle Maedchen machen) oder mit einem Loeffel. Das Essen schmeckt auch ziemlich gut - an die indische Schaerfe gewoehnt man sich nach und nach.

Alles in allem bin ich ganz zufrieden mit der Wohnung - ich werde vermutlich erst mal nicht umziehen.

Freitag, 17. August 2007

Independence Day

Am 15. August feiern die Inder ihre Unabhaengigkeit von den Briten.
Fuer mich hiesz das ganz konkret, dass der Unterricht bereits am Montag auf den Feiertag ausgerichtet war. Am Dienstag sollte es ein Programm in der Schule (“dem Center”) geben – das sollte am Montag geuebt werden, Mittwoch sollte frei sein. Nun war Vera und mir aber nicht klar, wie das konkret aussehen sollte – das hatte man uns verschwiegen – aber wir sollten uns auf jeden Fall etwas ausdenken.
Wie auch immer – als wir am Montag genaueres erfuhren, stellte sich heraus, dass unsere Hauptaktivitaet ungeeinet war. Ausserdem kam nach dem modifizierten (und damit sehr chaotischem!) Unterricht am Montage ein Anruf vom Head Office, dass das Programm am Mittowch stattfindet und am Montag und Dienstag normaler Unterricht stattfinden soll.
Damit war Dienstag verloren. Die Kinder hatten alle nichts mit und wir haben mehr oder minder "Unterricht" gemacht.

Dann war es endlich soweit - Mittwoch war da und wir hatten es bis Dienstag abend auch geschafft, herauszubekommen, was nun wo stattfindet. Prayas hat im Head Office ein groszes Zelt aufgebaut und alles huebsch geschmueckt. Dazu gab es dann auf einer Buehne Reden und verschiedene Darbietungen.

Head Office:


Leider konnte ich nicht da sein, denn - ich war im meinem Center! Da waren alle Kinder auf dem Dach versammelt. In jeder "Klasse" hatte man etwas vorbereitet, meinstens Taenze (die Inder sind ganz wild aufs tanzen). Vera und ich haben auch einen Tanz mit den Kindern einstudiert - zur Melodie und dem Text vom Bibabutseman (ein deutsches Kinderlied). Das hat so mehr oder weniger gut geklappt. War aber fuer uns sehr lehrreich, weil wir gemerkt haben, welche Laute die Inder nicht aussprechen koennen (zum Beispiel haben sehr viele Probleme mit dem weichen, stimmhaften "s", Umlaute gehen ueberhaupt gar nicht - auch bei Erwachsenen).
Zum Abschluss gab es noch Ladoos - ein orangenes, sueses Baellchen fuer jeden.

Hier das Dach mit den Kindern:


In Action:


Und einem groszen Kind:

Als das Programm dann beendet war, wurde ich noch in ein anderes Center eingeladen um mir das Programm dort anzusehen. Hier waren mehr groeszere Kinder und es gab eine Buehne mit Mikro und Musik aus einer groszen Anlage. Im Prinzip war es aber das Gleiche.

Ich haette mir auch gerne die Rede des Praesidenten am Red Fort angehoert. Aber ich haette vermutlich nicht viel verstanden und es waere nur eine elende Draenglerei gewesen. Sehr angenehm war hingegen, dass auf den Straszen mal nicht so viel los war.

Hier noch eine Hochsicherheits-Elektroinstallation:

(normalerweise macht man das ohne Streichhoelzer und steckt die blanken Enden einfach so in die Dose).

Fazit:
bald einen Monat in Indien: Ein Alltag stellt sich ein, aber er ist nicht so monoton wie in Dtl. :-)

Sonntag, 5. August 2007

Meine Arbeit

Um 8:20 Uhr klingelt der Wecker - aufstehen. Klimaanlage erst mal ausschalten - es ist mittlerweile kalt genug! Dann schnell fertig machen - immer in der Hoffung, dass es gerade mal Wasser gibt und man sich normal waschen kann - und dann in die Kueche von Prayas laufen und Milch und Toast holen (sofern das nicht andere liebe Menschen fuer einen machen :-).

Um 9:15 Uhr laufe ich dann mit Vera los - die Strasze runter, an den streuenden Hunden vorbei, irgendwie heil ueber die grosze, (offiziell) zweispurige Strasze kommen und dann links entlang der Strasze bis zum Eingang von Sangham Vihar laufen. Dort rechts einbiegen. Ab jetzt wird es sehr dreckig und staubi, eng (zumal die meisten Leute morgens in die andere Richtung wollen) und man muss gut aufpassen, in kein Loch zu treten. Dann kommt irgendwann nach unzaehiligen kleinen Laeden, Staenden Kuehen, Menschen und Abzweigungen links ein Abzweig - gekennzeichnet durch ein Loch mitten in der Strasze (man merke: kein Loch ist wie ein anderes!) - jetzt wird es wieder etwas ruhiger. Nun sind es nur noch ein paar Meter - vorbei an einer kleinen Muellhalde und der, an der Haustuer angebundenen, Ziege und schon leuchtet die blaue Tuer zum Center. Der ganze Weg dauert 20 bis 30 Minuten. Sangham Vihar ist kein Slum - es gibt (manchmal) Strom und Wasser; es wird gebaut. Vielleicht ist es aber die Art, wie die meisten Inder in Delhi leben. (Fotos kommen spaeter mal)

Das Center hat 4 Raeume (jeweils etwa 10 Quadratmeter), ist bis zu meiner Brust blau und oben weisz. Der Fuszboden besteht aus einem festen Betonzeugs - ideal, wenn alle barfus laufen. Die Atmosphaere ist muffig und etwas duester, was vermutlich daran liegt, dass oft kein Strom da ist und dadurch weder der Ventilator noch das Licht funktionieren.

Die Kinder begrueszen uns, wir ziehen die Schuhe aus und warten, bis die Lehrerin gekommen ist und das Gebet vorbei ist. Dann legen wir irgendwann los - z.B. mit "One, two, three, ..." - anschreiben, vorlesen, dafuer sogen, dass es die Kinder nachsprechen und abschreiben, ueberpruefen, spielen. Der Stoff haengt naturlich von den Kindern ab - die Groszen subtrahieren teilweise schon dreistellige Zahlen.

Um 13:00 Uhr oder etwas spaeter sind die Kinder dann weg und ich bin froh, dass ich nach einem kurzen Plausch mit der Lehrerin zurueck zu Prayas zum Essen gehen kann.


So sieht es im Moment aus. Hoert sich fuer deutsche Verhaeltnisse nach sehr wenig an - aber es sind nun mal keine deutschen Verhaeltnisse hier.

Fazit:
13 Tage in Indien - ein Alltag ist in Ausblick, aber noch nicht erreicht.

Donnerstag, 26. Juli 2007

Comming to India

26.7.2007
Flusssshhhhhhh - ein dumpfer, suesszlicher Geruch einer dicken, warmen Luft umgibt mich - ich bin aus dem Flugzeug gestiegen. Am Flughafen gibt es noch mal Sicherheitskontrollen und vor allem Passkontrollen. Ein Glueck, dass ich keine Pflanzen mit hatte - darum drehte sich die halbe Kontrolle. Dann das Gepaeck gefunden (das hatte einer der zig Angestellten schon lange vom Band genommen) - ein erster innerlicher Freudenschrei - ICH HABE GEPAECK !!!

Dann waer ich fast noch zum flaschen Ausgang raus gegangen - das haette vermutlich richtig Aerger gebracht, weil ich dann einen relativ sinnlosen Zettel nicht abgegeben haette - indische Boerokratie beginnt schon am Flughafen.


Meine Kontaktperson Johannes (ein anderer Freiwilliger aus Dtl.) habe ich dann schnell gefunden und wir sind mit einem richtigen Auto (echter Luxus!) zum Gaestehaus von Prayas gefahren. Die erste Autofahrt in Indien - das ist ein Erlebnis, dass man eigentlich gar nicht beschreiben kann.

Genau da komme ich zu dem Punkt im Kopf meines Blogs - das ist schon das Erste, was man sich als Deutscher nicht wirklich vorstellen kann, selbst wenn man ein gutes Video darueber sehen wuerde. Es ist schnell, warm sieht gefaehrlich aus, buckelig, luftig, voll von neuen Eindruecken. Ich ueberpruefe eher unterbewusst sofort alle Vorstellungen, die ich von Indien hatte. Fast alles stimmt einfach, aber Vorstellen und Erleben sind zwei voellig unterschiedliche Dinge.

Das Straszenbild: Kuehe, Wagen, Fahraeder, Dreck, noch mehr Dreck, Rickschas, Autos, Motoraeder, sehr alte LKWs. Auf einmal taucht ein riesiger weiszer Ballen vor uns auf, ca. 3x4x5 Meter - durch ein Loch konnte ich sehen, dass wohl Heu drin war und vorne dran war irgend ein winziges Zuggefaehrt. Aber was solls - unser Auto hat die lautere Hupe und das kraeftigere Gaspedal.


Im Gaestehaus von Prayas angekommen, warten schon ganze 3 weitere Deutsche auf mich - Sebastian - ein weiterer Freiwilliger, der seinen Dienst am naechsten Tag beendet hat und mit seinen 2 Freundinnen (die auch da waren) in Indien herumreist. Also erst mal reden und dann irgendwann am Morgen ins Bett gehen.
Am naechsten Tag gibt es dann noch Vera (eine Freiwillige, die nur 6 Wochen bleibt) zu sehen und erste Ausfluege. Erstmal um den Block und den wichtigsten Bezugspunkt gezeigt, wenn man sich zur eigenen Wohnung finden will, alles moegliche erklaert, einmal zu allen wichtigen Leuten im Haus gegangen (sofern sie da waren) und mich vorgestellt und dann mit allen zum Lotus Tempel der Bahai.

Den habe ich mir doch wesentlich monumentaler vorgestellt als er wirklich ist. Kuehl ist es darin auch nicht und die Gaerten sind eher OK als wirklich beeindruckend. Aber immerhin ist es etwas ruhiger als sonst ueberall.

Danach waren wir noch auf verschiedenen Maerkten, wobei einige geschlossen hatten - vermutlich war ein Feiertag, von dem wir nichts mitbekommen hatten.
Den Rest habe ich mittlerweile schon wieder vergessen - das ist ja auch schon ganze 2 Tage her [Hinweis am Ende beachten]- eine verdammt lange Zeit! Das einzige, woran ich mich sonst noch erinnern kann ist meine erste Motoradfahrt (auf dem Ruecksitz) - Hauke (ein Freiwilliger bei einem anderen Projekt), hat in Indien Motorad fahren gelernt und mich mit zum Essen genommen - das hat dann mit der Rickscha fuer die anderen besser gepasst. Da hatte ich dann das erste mal Angst - aber das hat sich nach einer Weile gegeben.

Am naechsten Tag habe ich dann das erste mal mit den Kindern zu tun gehabt. Zwei wurden von Hunden gebissen und mussten ins Krankenhaus um etwas gegen Tollwut zu bekommen. Johannes sollte sie ins Krankenhaus bringen. Er hat mich und Vera mitgenommen.
Also - 1.: Kinder finden und einfangen. Die kamen zwar irgendwann mal zum Treffpunkt aber sie hatten natuerlich Angst vor dem Krankenhaus (wie das fuer Kinder normal ist).
2.: Bus fahren. Heiszt: Sich irgendwie in einen Bus reinquetschen, eventuell bezahlen, wenn das moeglich ist und dann lange aushalten und aufpassen, dass man hinterher nicht ein Protemonai mehr hat.
3.: ca. 3h brauchen, um von A nach B zu laufen und die Impfungen zu organisieren und sich gegen Leute verteidigen, die die Kinder wegscheuchen wollen (wenn man da als Weiszer kommt, ist auf einmal wieder alles in Ordnung und keiner traut sich was gegen die Kinder zu sagen - da muss man auch nicht drauszen warten wie alle anderen).
4.: Wieder eine Stunde heim fahren. Hier war dann sogar mal der (laut Johannes sehr seltene) freundliche Typ von Ricksahfahrer anzutreffen- der hat sogar angehalten und den Kindern Wasser spendiert.


Alles in allem SEHR anstregend - wie sehr vieles hier. Auch wenn man genau das gleiche tut wie in Deutschland braucht man wesentlich laenger und ist hinterher doppelt so fertig. Am krassesten faellt einem das beim Nachdenken auf und wenn man sich etwas merken will (z.B. Hindi-Vokabeln) - ich wollte mir 3 Woerter merken (man will ja erst mal langsam beginnen und sich dann steigern): das erste Wort war sofort weg (3 sec.), die anderen beiden 30 sec. nachdem ich aufgehoert hatte sie staendig vor mich hinzumurmeln.\


Trotzdem gehts mir noch ganz gut - bisher habe ich alles vertragen.
Hier noch ein paar Bilder, die ich noch schnell gemacht habe, damit ihr mal ein Bild von einer Hauptstrasze und einer sehr sauberen und verlassenen Nebenstrasze kommt. Viele Photos habe ich aber noch nicht gemacht - es gibt erst mal Wichtigeres.




Fazit:
3 Tage in Indien - angestrengt aber gut gelaunt.
[Hinweis: Dieser Post wurde am 26. angefangen und am 29. veroeffentlicht. Das wird sicher oefters vorkommen. Also nicht wundern, wenn ihr am 27. geschaut habet und es war noch nichts da.]